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  • Ms-176 Diplomatic transcription
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  • Ms-176,51v[2]et52r[1]et52v[1]et53r[1]
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        Ist es für unsre Sprachspiele, (‘Befehlen & Gehorchen’, z.B.) wesentlich, daß ein Zweifel an gewissen Stellen nicht eintritt, oder genügt es wenn das Gefühl der Sicherheit besteht, wenn auch mit einem leichten Anhauch des Zweifels?
Ms-176,52r

   Genügt g es also, wenn ich zwar nicht wie jetzt, ohne weiteres, ohne die Dazwischenkunft
des Zweifels
irgend eines Zweifels
, etwas ‘schwarz’, ‘grün’, ‘rot’ nenne, – aber ˇstatt dessen doch sage “Ich bin sicher, daß das rot ist”, wie man etwa sagt “Ich bin sicher, daß er heute kommen wird”? (also mit dem ‘Gefühl der Sicherheit’)?
    Das begleitende Gefühl ist uns natürlich gleichgültig, & ebensowenig brauchen wir uns um die Worte “Ich bin sicher, daß” bekümmern. – Wichtig ist, ob ein Unterschied in der Praxis der Sprache damit zusammengeht.
       Man könnte fragen, ob er überall dort, wo wir⌊,⌋ ˇz.B.⌊,⌋ mit
Ms-176,52v
Sicherheit ˇz.B.
eine Meldung
einen Bericht
ˇz.B.
machen
aussprechen
, sagt sein “Ich bin sicher” sagt. (bei einem Versuch z.B. schauen wir in eine Röhre & melden die Farbe, die wir durch sie beobachten), ob er bei dieser Gelegenheit sagt “Ich bin sicher”. Tut er dies, so wird man zuerst geneigt sein seine Angabe zu überprüfen. Zeigt sich aber, daß er ganz zuverläßig ist, so wird man erklären, seine Redeweise sei nur eine Verschrobenheit, die die Sache nicht berührt. Man könnte z.B. annehmen, daß er skeptische Philosophen gelesen habe, überzeugt worden sei, man könne nichts wissen, & daher darum diese Redeweise angenommen habe. Wenn wir erst einmal an sie gewöhnt sind, so
Ms-176,53r
tut sie der Praxis keinen Eintrag.

 

(2015–) Wittgenstein Source Bergen Nachlass Edition (WS-BNE). Edited by the Wittgenstein Archives at the University of Bergen under the direction of Alois Pichler. In: Wittgenstein Source, curated by Alois Pichler (2009–) and Joseph Wang-Kathrein (2020–). (N) Bergen: WAB.




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