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Denk Dir ein Material härter & fester als irgendein anderes.
Aber wenn man einen Stab aus diesem Stoff aus der horizontalen in die
Vertikale Lage
bringt, so zieht er sich zusammen, oder denk Dir er bieg[t|e] sich, ˇwenn man ihn aufrichtet
& ist dabei so hart, während man er so hart ist, | daß man ihn auf keine andre Weise biegen kann.
Denk Dir
[e|E]inen Mechanismus aus diesem
Stoff,
etwa eine Kurbel Pleuelstange & Kreuzkopf.
Andere Bewegungsweise des Kreuzkopfs. ⌊⌊⌋⌋
Oder: eine Stange biegt sich, wenn ihr man ihr eine ˇgewisse
gMasse nähert, gegen alle Kräfte aber die wir auf
sie wirken lassen, ist sie
starr.
Denk Dir die Führungsschienen
des Kreuzkopfes biegen sich &
strecken sich wieder wenn die Kurbel sich ihnen nähert
& sich wieder entfernt.
Ich nehme aber an daß keinerlei besondere äußere Kraft dazu
nötig ist dies hervor-zurufen.
Benehmen der Schienen würde
(in so einem Fall) wie das eines lebenden Wesens
anmuten.
Wenn wir sagen “wenn die Glieder des Mechanismus ganz starr wären, würden sie sich so & so
bewegen”, was ist das Kriterium dafür daß sie ganz starr
sind?
Ist es, daß sie gewissen Kräften widerstehen?
Oder, daß sie sich so & so
bewegen?
Denke, ich sage: “das ist das
Bewegungsgesetz des Kreuzkopfes (die
Zuordnung seiner Lage zur Lage der Kurbel etwa, wenn sich die Länge der
Kurbel & der Pleuelstange nicht ändern”.
Das heißt wohl wenn sich die Lagen der Kurbel & des
Kreuzkopfes so zueinander verhalten, sage ich, daß die Länge der Pleuelstange gleichbleibt
“Wenn die Teile ganz starr wären,
würden sie sich so bewegen”: ist das eine
Hypothese?
Es scheint, nein.
Denn wenn wir sagen: Wir Diese Gleichungen “die
Kinematik beschreibt
die Bewegungen des Mechanismus unter der Voraussetzung
daß seine Teile vollkommen starr sind”, so geben wir einerseits
zu, daß diese Voraussetzung in der Wirklichkeit nie zutrifft,
anderseits soll es keinem Zweifel unterliegen, daß vollkommen starre
Teile sich so bewegen würden.
Aber woher diese Sicherheit?
Es handelt sich hier wohl nicht um Sicherheit sondern um eine
Bestimmung, die wir getroffen haben.
Wir wissen nicht, daß
Körper, wenn sie ( (nach den & den
Kriterien) starr wären) sich so bewegen
würden; wohl aber würden wir (unter
Umständen) Teile “starr” nennen die sich so bewegen.
Denke ˇin so einem Fall immer daran daß ja die
Geometrie (oder Kinematik) keine Meßmethode angibt
// spezifiziert // , wenn sie von gleicher Länge oder vom Gleichbleiben
einer Länge spricht.
Wenn wir also die Kinematik
etwa die Lehre von der Bewegung vollkommen starrer
Maschinenteile nennen, so liegt
hierin einerseits eine Andeutung über die (mathematische) Methode wir
bestimmen gewisse Distanzen als die Längen von Maschinenteilen, die
sich nicht ändern; anderseits eine Andeutung über die Anwendung des Kalküls.
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