| | | | | |
7
Die
Allgemeinheit der Geometrie scheint immer wieder die zu sein,
dass von einem Begriff die Rede ist und
wir uns do // man
sich // nicht um die Gegenstände
kümmernt, die unter diesen Begriff fallen. Aber
so kann es natürlich nicht sein, sondern wir folgen hier
– wie so oft – einer falschen Analogie.
| | ✓ |
| | | | | |
Welcher Art ist eine
allgemeine Anweisung zu einer gewissen euklidischen Konstruktion? Sie hat ihre Wirkung,
erfüllt ihren Zweck, erst wenn man sie anwendet, und dann
stellt sie sich einem gleichsam zur Verfügung, indem die
Variablen in ihr nun [w|W]erte annehmen.
| | ✓ |
| | | | | |
Man könnte so fragen:
Ist etwa ein allgemeiner geometrischer Satz unendlich
komplex, ◇ da unendlich viele spezielle
Anwendungen // Fälle // aus
ihm folgen? – Nun, er ist es offenbar
nicht. Ich möchte immer sagen: die
Allgemei[j|n]heit der Geometrie ist nur dadurch
möglich, dass sie nicht aus Sätzen
besteht.
| | ✓ |
| | | | | |
Man kann
ein Brotmesser nicht allgemein nennen, weil sich kleine und
grosse Stücke damit schneiden
lassen.
| | |
| | | | | |
“Wenn du eine Strecke halbieren willst, so nimm sie in den
Zirkel, etc.” Und nun zeichnet man
eine Figur, in der dies alles an einer Strecke
wirklich vollzogen ist und nimmt an,
dass der Andere es nun danach an jeder
beliebigen Strecke wird vollziehen können. Die Regel
setzt natürlich die unendliche Möglichkeit des Raumes
voraus, aber nicht “eine unendliche Anzahl” von
Möglichkeiten.
| | ✓ |
| | | | | |
Stellen wir uns einen Menschen vor, der so eine allgemeine Vorschrift
8
benützt. Er schaut auf
die Vorschrift, dann auf sein Papier: Ich soll die
Strecke in den Zirkel nehmen, – jetzt einen Kreis schlagen,
– etc., etc. Aber in
der Vorschrift steht ja garnichts von
dieser Strecke. Aber so
fasst der sie auf, der sie anwendet.
| | ✓ |
| | | | | |
Der Vorschrift zur
Halbierung entspricht eine Vorrichtung zur Halbierung und
in dieser wäre ein Teil etwa ein verstellbarer Schlitten, der
sich der zu teilenden Strecke anpassen würde. Hier
hätten wir das Analogon zur Allgemeinheit des
Brotmessers.
| | |
| | | | | |
Kann man etwa die Zeichnung
als
geine Stellung eines
beweglichen Mechanismus auffassen, der sozusagen die eigentliche
Beweiskonstruktion wäre? (Man denkt es ist etwa
in A eine Kur[v|b]el und AB und AC als
elastische Schnüre.) (Kann
man von einem dehnbaren Beweis reden?)
| | ✓ |
| | | | | |
Könnte man sagen: die
Figur kann durch bestimmte Arten von Zerrspiegeln betrachtet werden
und behält, durch sie gesehen, ihre beweisende Kraft.
Sie wird von vorn herein so verstanden,
dass sie durch alle diese
Zerrspiegel betrachtet werden kann. Nur das allen diesen
Bildern Gemeinsame, welches sie verkörpert, ist das
eigentliche Symbol.
| | ✓ |
| | | | | |
Man könnte nun freilich – fälschlich – die
Figur als den Begriff und ihre verschiedenen Bilder als die unter
ihn fallenden Gegenstände auffassen.
| | |
| | | | | |
Der Beweis kann nichts
prophezeihen. D.h. er
kann nichts Wirkliches prophezeihen.
| | ✓ |
| | | | | |
(Wir erkennen oft im verzerrtesten Schatten die Figur, die ihn
wirft.)
| | ✓ |
| | | | | |
⌊⌊
Der allgemeine geometrische (zeichnerische) Beweis ist das Stück das
alle speziellen Beweise miteinander gemein haben.
Das Ende haben sie nicht miteinander gemein.
⌋⌋
| | |
| | | | | |
10
(Die fragliche Allgemeinheit tritt, natürlich, schon in die
Definition des Kreises als Ort aller Punkte
etc. ein.)
| | |
| | | | | |
Es muss sich da
natürlich um die Definition einer Variablen handeln, für
die ein gewisses Gebiet von Werten bestimmt wird, aber freilich nicht
als Klasse von Werten. – Wenn ich also die
vermeintliche Schlusskette mit dem Satz
anfinge “alle Radien eines Kreises sind gleich
lang”, so wäre das schon falsch,
d.h. ein unsinniger Anfang.
Wenn ich den Kreis etwa durch die Gleichung
r =
const.
definiere, so muss die unendliche
Möglichkeit der r nach der Lage des Radius
natürlich in der Bedeutung dieser Definition beschlossen
liegen; aber nicht in Form einer Klasse, möglicher
Werte, sondern, wenn es sich um eine
[Z|z]ahlenmässige Geometrie
handelt, durch die jedem Radius anhaftende unendliche sichtbare
Möglichkeit
das Gesetzt der Bildung rationaler
Zahlen, und, soweit es sich um eine Gesichtsgeometrie handelt,
durch die jedem Radius anhaftende unendliche sichtbare
Möglichkeit.
| | |
| | | | | |
Ichh sagte früher einmal, man könnte sich eine
Euklidische
Demonstration auch an einer bewegten
Figur ausgeführt denken. Es ist aber nicht
wesentlich, dass sie bewegt, sondern
dass sie beweglich ist
(d.h. variabel).
D.h. ich muss in ihr
den Repräsentanten der unendlichen räumlichen
Möglichkeit sehen.
| | ✓ |
| | | | | |
Wenn ich einen mathematischen Satz und einen
Beweis für ihn kenne, und später lerne ich noch einen
weiteren Beweis dieses Satzes kennen, so habe ich damit ein neues
System kennen gelernt.
| | ✓ |
| | | | | |
Angenommen, jemand untersuchˇte gerade Zahlen auf das
Stimmen des
Goldbach'schen Satzes hin. Er würde
nun die Vermutung aussprechen – und die
| | ✓ |
| | | | | |
23
Es hat Sinn, von zwei Punkten zu sagen, dass
sie durch eine Gerade verbunden seien.
Aber heisst das “, “es hat Sinn, von zwei
Dingen, die Punkte sind, zu sagen etc.”? –
| | ✓ |
| | | | | |
Wie
weiss ich dann, dass
ein Zeichen “A” einen Punkt
bezeichnet? Etwa indem ich sehe,
dass “A” in bestimmter
Weise mit anderen Zeichen verknüpft werden darf.
Aber wie weiss ich,
dass diese anderen Zeichen
[g|G]erade bezeichnen etc.?
Dadurch, dass sie mit
“A” verknüpft werden
dürfen? Sie können doch nicht gegenseitig ihre
Bedeutung bestimmen. Das grammatische System
(Spiel) ist eben autonom und seine Anwendung ist in ihm nicht
| | |
| | | | | |
Die Geometrie anders verstanden, als
reine Grammatik, muss angewendet sein
und dann muss es wirkliche Punkte
und Gerade etc. geben; der Satz,
dass eine Gerade zwei Punkte verbindet,
muss dann eben einen wirklichen Sinn
haben.
| | ✓ |
| | | | | |
Und es
heisst der geometrische Satz dann auch nicht
“alle Punktpaare sind durch eine Gerade
verbunden,” sondern “können
durch eine Gerade verbunden werden”. Und hier
braucht man dann das Wort “je zwei
” und
nicht “alle Punktpaare,” und deutet
damit den Unterschied von einer anderen Art der Allgemeinheit
an.
| | ✓ |
| | | | | |
Die Grammatik kann ihre Regeln nicht auf gut Glück allgemein
| | ✓ |
| | | | | |
34
Sage ich jemandem “gehe drei Schritte” und er
versteht den Befehl, so kann er ihn mir etwa durch eine Zeichnung
erklären. Er sagt: Wenn hier der Weg
ist und A der Anfang, so willst du, dass
ich nach B dann nach C und D kommen soll; oder
dergleichen. Und dabei ist es klar,
dass er in gewissem Sinne nur einer Sache
Ausdruck verliehen hat, die er schon früher – als er den
Befehl hörte, und verstand –
wusste. Er könnte nun so
fortfahren und den Befehl noch näher erklären, etwa
mit durch ein ausgeführteres
Diagram, und immer würde er doch nur
hervorbringen, was ihm schon früher klar war. Er
übersetzt nur aus einer Sprache in eine andere.
Und wenn er nun endlich den Befehl ausführte, zum Zeichen,
dass er ihn verstanden hat –
würde er da nicht wieder blos
übersetzen?
| | ✓ |
| | | | | |
Zwischen dem Befehl und seiner Ausführung
muss eine Kontinuität
bestehen. Die Ausführung muss,
sozusagen, nur die Endfläche des Befehls
(Befehlskörpers) sein.
| | ✓ |
| | | | | |
Ich denke, um mir das Wesen des Verstehens
klar zu machen, immer an eine Figur und eine Projektion, die man
von ihr macht. Die Projektionsmethode kann
nur durch den Vergleich des Bildes mit der Realität
festgehalten sein, die
ist.
| | ✓ |
| | | | | |
Aber da scheint es ja, als
müsse man den Satz mit der Realität in einem
bestimmten Sinne vergleichen – also nicht nur
vergleichen. Als müsste also
die Realität in gewissen Fällen durch die Vergleichung
quasi einen Vorwurf empfinden. Wenn sich etwas
einem Ziele nähert, so liegt in dem Wort
“Ziel” hier das, was ich meine[.| (]die Intention).
| | ✓ |
| | | | | | 38
durch das kalte Bad ausgedrückt.
(Ich meine),
dass
Daß
der
Gedanke ganz Mass ist, wie der
Massstab; d.h.
alles am
Masstab unwesentlich ist
ausser dem
Längenmass.
| | |
| | | | | |
Der Gedanke ist ein Symbol.
| | ✓ |
| | | ∫ | | |
Der gegenwärtige Gedanke enthält alle Realität, die
gegenwärtig vorhanden ist.
(Und mehr kann er ja nicht haben.)
| | ✓ |
| | | / | | |
Es ist sehr merkwürdig,
dass in einem Buch über
Differentialrechnung in den Erklärungen mengentheoretische
Ausdrücke und Symbole vorkommen, die die im
Kalkül gänzlich verschwinden. Das erinnert an
die ersten Erklärungen in den Lehrbüchern der Physik, in
denen vom Kausalitätsgesetz und
[ä|Ä]hnliche[,|m] die Rede ist, was,
wennw wir einmal zur Sache kommen, nicht mehr erwähnt
wird.
| | ✓ |
| | | ∫ | | |
Das Symbol – ich meine das, was als Symbol gebraucht
wird, – mit der Wirklichkeit zu vergleichen, ist
einfach.
Die Schwierigkeit besteht darin, es, mit der symbolisierenden Beziehung
zusammen, als Gedanke mit der Wirklichkeit zu vergleichen.
| | ✓ |
| | | / | | |
“Ich bin froh darüber, dass du
kommst” heisst nicht, ich bin froh, weil Du
kommst.
In diesem Falle wäre es eine Vermutung,
dass ich deshalb so guter Stimmung
bin.)
| | ✓ |
| | | | | |
47
Also ist eine hinreichende
Bedingung dafür, dass
+
+ … + = oder
grösser 1, die,
dass r = oder
grösser 3n‒1. Denke
ich mir nun vom Anfang der Reihe 1 +
+ + … solche
Abschnitte aneinandergereiht, die gleich oder
grösser als 1 sind, so reicht der erste
dieser Absch[j|n]itte von 1 bis 3, der zweite von 4 bis 15, der dritte
von 16 bis 63, der m-te bis
4m‒1.
Die Summe 1 +
+ + … bis zum 4mten
Gliede ausgedehnt, überschreitet also
gewiss m. Also ist
1 +
+ + …
grösser
als (1++
+…).(1++ + …) …
(1+++…)
Also muss unter den ersten
4mten ganzen Zahlen mindestens
eine sein, die durch keine der ersten m Zahlen teilbar
ist.
| | |
| | | | | |
Ich kann
einen Aparat beschreiben, in welhem ein Bolzenn
in einem Einschnitt ei[j|n]es Rades eingreift, wenn
dieses sich in einer bestimmten Ste[e|l]lung
befindet. Kann man sagen, der Satz ist so gebaut,
dass, die Realität in ihr
einschnappt wenn die Realität so ist, so
schnappt sie ein? Ich müsste
also den Gedanken beschreiben können und dannd die
Realität, die so gebaut ist, dass sie mit
ihm übereinstimmt. Aber das
heisst doch garnichts.
| | ✓ |
| | | | | |
Man kann
auch nicht sagen, “dass auch die
lebhafteste Vorstellung” doch nicht an die
Wirklichkeit herankommt”, denn damit wäre es also
doch denkbar, dass sie herankäme –
wenn es auch nie einträte –.
| | ✓ |
| | | | | |
54
das heisst,
dass in diesem Vergleich ein logischer
Fehler ist.
| | |
| | | | | |
Wenn ich sage “b ist nicht so lang wie klein
a”, so scheint das jenen Schatten vorauszusetzen, der
Tatsache, dass b so lang wie a ist.
[w|W]enn ich aber sage “b ist kleiner als
a”, so scheint das diesen Schatten nicht vorauszusetzen
und doch sagt es auch, was der erste Satz sagt.
| | ✓ |
| | | | | |
Man könnte also sagen: “b ist so lang wie
a” hat Sinn, weil b kürzer als a
ist.
(Oder: “dieses Buch ist blau” hat Sinn, weil es
in Wirklichkeit roti ist.)
| | |
| | | | | |
(Es ist eine Methode der Philosophie, die in den Wissenschaften
nicht erlaubt ist, den günstigsten Fall anzunehmen.
Am Aehnlichsten ist diese Methode noch der in der
Mathematik, einen extremen Fall anzunehmen, in welchem das doch
jedenfalls eintrifft.
Argument a fortiori.)
| | ✓ |
| | | | | |
Man denke sich, man gäbe jemandem den Befehl eine bestimmte Handlung
auszuführen, etwa eine Linie mit dem Bleistift nachzuzeichnen.
Die Sache wird deutlicher, wenn man sich den Befehl einem unserer
Wortsprache Unkundigen mit Zeichen gegeben denkt.
Man wird dann die Handlung vormachen und nun ihn dem Bleistift geben, etwa seine Hand ein Stück führen,
(oder dergleichen).
Das wird der Befehl sein.
Nun wird man freilich sagen: das ist
blos der Ausdruck des Befehls und nicht, was wir
eigentlich meinen; was wir meinen ist: ‥‥․ und nun werden wir
andere Zeichen für das geben, “was gemeint
ist”. –
Aber, wenn man nun den Befehl ausführte und auf die Ausführung als
nachträgliche Erklärung ◇ man das
Beispiel des Befehls wiese?
Oder ist in dem Falle auch die Erfüllung nur ein Zeichen?
| | ✓ |
| | | | | |
56
🖵
Die [O|o]rthogonale Projektion von s auf b
grenzt auf b schon das Stück s' ab.
Damit ist freilich nicht gesagt, dass dieses
Stück nun auf b eine besondere Farbe hat, also auch durch die Farbe
begrenzt ist.
Die Projektion des schwarzen Kreises in der oberen Ebene auf
die untere begrenzt auf dieser schon einen Kreis; dadurch ist er aber
noch kein Farbkreis.
(In diesem Satz liegt Richtiges und Falsches.)
| | ✓ |
| | | | | |
Wenn ich nun erwarte, dass auf der unteren
Ebenen ein Kreis erscheinen wird, von dem gesagt wird,
dass er die orthogonale Projektion des
oberen und von gleicher Farbe ist, so gäbe ich weiter nichts
als e eine Projektionsmethode.
Die Projektionsmethode kann ich von anderen Gebilden kennen.
Ich kenne sie aber doch nur so, dass eine Figur
die orthogonale Projektion einer anderen ist; aber doch nicht so,
dass keine Figur die Projektion einer Figur
ist.
Ichn nehme mir vor, die Erscheinungˇen auf der unteren Ebenen in bestimmter Weise zu
beurteilen.
Dann muss in diesem Vorsatz schon
die Projektion stecken.
| | ✓ |
| | | | | |
Was heisst es, eine Strecke daraufhin
untersuchen, ob sie die orthogonale Projektion einer anderen
sei?1
Es kann nur heissen, eben die Striche zu ziehen, die
man in einem solchen Fall zieht. –
Wie ist es aber mit der Untersuchung, ob die untere Farbe die
gleiche ist, wie die obere.
Oder kann man sagen: auch da stelle ich mich in
bestimmter Weise ein, so wie ich etwa Linien ziehe, um feststellen zu
können, ob die untere Figur die Projektion der oberen ist.
Ich glaube, so ist es.
Das ist alles ein Einstellen, aber mehr kann ich nun nicht tun.
Und dieses Einstellen ist nicht das Einstellen auf etwas anderes,
d.h. nicht mit Beziehung auf etwas, was noch nicht da
ist, sondern es
57 ist autonom, sozusagen das Aufrichten eines
Masstabes, was immer geschehen mag.
| | ✓ |
| | | | | |
(Des Rätsels Lösung muss in der Art // Festsetzung über die Art // und Weise liegen,
wie die Erscheinung dann beschrieben wird, wenn sie
[K|k]ommt.)
| | ✓ |
| | | | | |
Es ist ungemein schwer, den eigentlichen der
Schwierigkeit mit Worten zu errei[v|c]hen.
| | ✓ |
| | | | | |
Denken wir uns die Einstellung durch einen Zeiger, [i|w]ie
den gelben Zeiger am Anäeroidbarometer, und etwa
ein solches Barometer und eine Uhr.
Auf beiden Zifferblättern stelle ich den
Z freien Zeiger ein, und drücke dadurch die
Erwartung aus, dass, wenn der Uhrzeiger bei a'
⌊⌊ ⌋⌋
anlangt, der andere auf
a stehen wird.
(Es ist kein Zweifel, dass das ein vollkommener
Ausdruck der Erwartung, des Gedankens, ist.)
Bleibt nun die Uhr etwas stehen, so dass
ihr Zeiger a' nicht erreicht, dann gilt das Ganze nicht,
ebenso, wenn etwa der Zeiger des Barometers plötzlich
verschwände.
Dann wäre eben kein Zeichen da.
Ist es aber da, dann hat das Barometer sozusagen keine andre Wahl, als
auf a a zu stehen oder nicht auf a zu
stehen, und dann ist der Gedanke verifiziert oder er ist falsifiziert
worden.
| | ✓ |
| | | | | |
Wo haben wir aber in diesem Satzzeichen Worte, oder etwas, was den
Wo[t|r]ten entspricht?
Es “bedeutet” offenbar a '
a' den Uhrzeiger und a den Barometerzeiger.
| | ✓ |
| | | | | |
Ich bleibe in den Zeichen, bis ich in ihrer
aus ihnen heraustrete.2
| | ✓ |
| | | | | |
Dann weist mein Benehmen, meine Handlung, die logische
Ver-58 Verwandtschaft mit den Zeichen auf, die ein
solches Zeichen mit seiner Uebersetzung
aufweist.
| | ✓ |
| | | | | |
Was ich immer sagen will, ist, dass der Gedanke
nichts Menschliches ist.
Dass er auch nicht ein bestimmtes Gefühl ist,
da[ss|s] man eben nur fühlen, aber nicht
etwa auch ansehen kann.
Man kann z.B. Zahnschmerzen nicht gleichsam
herausstellen und ansehen.
(Natürlich kann man nicht sagen, die Zahnschmerzen kenne man von
innen, indem man sie fühlt und könne sie von
aussen betrachten.
Denn die Zahnschmerzen haben haben kein Innen und
Aussen.
| | ✓ |
| | | | | |
Die heute gewöhnliche Auffassung ist die, dass das
Denken – durch den Kopf oder die Seele besorgt – ein
Privilegium eben des Kopfes oder der Seele ist (wie etwa die
natürliche Verdauung,
des Magens).
Und das ist sie auch als naturgeschichtlicher
betrachtet, wie auch die
Verdauung in diesem Sinn dem Magen eigentümlich ist, – aber vom
Standpunkt des Chemikers betrachtet ist die Verdauung ein
Prozess, der dem tierischen Magen nicht eignet und
ganz unabhängig davon ist, wo er tatsächlich stattfindet. –
So hat es der Logiker nicht mit einem spezifisch menschlichen
Prozess zu tun.
| | ✓ |
| | | | | |
Die Logik ist eine Geometrie des Denkens.
| | ✓ |
| | | | | |
Man könnte freilich sagen, dass die Uhr und das
Barometer mit den verstellbaren Zeigern nur der Ausdruck eines Gedankens,
aber nicht der Gedanke selbst sind; aber dann sind sie doch Teile,
Werkzeuge, eines Gedankens, und was immer der Gedanke selbst ist, so ist
er ein anderer Vorgang als der, welcher ihn verifiziert und er hat
kann mit diesem Vorgang nur soviel gemein,
haben, als jene Vorrichtungen der
Uhr und des Barometers h haben. –
Darum kann – und muss – in der
Logi man (in der
Logik) auch mit dem
“Ausdruck” der Gedanken operieren und auf das Andere keine
Rücksicht
| | |
| | | | | |
64
Das Denken macht Pläne.
Es zeichnet Pläne einfacher oder sehr komplizierter Art.
Nun sagt man aber: das ist doch nicht alles, man will doch etwas
mit diesen Plänen, sie bedeuten d[i|o]ch etwas,
d.h. sie sind doch mit einer
Absicht gezeichnet.
Ja, aber hier gibt es zwei Möglichkeiten: entweder diese Absicht
ist ein Gefühl oder dergleichen, dann in[et|te]ressiert sie
uns nicht, oder aber sie istb Teil der Sache, dann
gehört sie zum Bild.
Die Logik ist immer sachlich.
| | ✓✓ |
| | | | | |
Wenn der Befehl z.B. darin besteht, einen gewissen
Weg zu machen, so kann ich ihn mit Hilfe einer Karte (eines Planes)
ausdrücken.
Dabei kann der Befehl auch lauten, einen oder den anderen
Weg zu gehen und etwa gewisse Wege nicht zu gehen.
Das wirdvd dann auch im Bild seinen Ausdruck finden, indem etwa
die ausgeschlossenen Wege durchstrichen werden.
könnte auch
bedeuten, man dürfe überall zwischen den beiden Linien
gehen, ausser über das schraffierte Feld.
| | ✓ |
| | | | | |
Wenn nun tatsächlich ein Weg zwischen zwei Orten abgesperrt
wirde und etliche andere offen gelassen wer[e|d]en, ist
in diesen Tatsachen schon eine Verneinung und eine
Disjun[l|c]tion enthalten?
| | ✓ |
| | | | | |
Wie ist es aber, wenn ich einen Befehl auf eine bestimmte Weise
interpretiere und ihm zuwiderhandle.
Worin liegt es, dass meine Handlung nicht
meine Interpretation des Befehls ist, sondern ein
Entgegenhandeln?
Wird dadurch nicht meine Au frühere Auffassung über
den Haufen geworfen?
Ich kann sagen, wenn der Handelnde es nicht
, so könnte man nie wissen,
dass es ein Entgegenhandeln ist.
Und wenn er es nun sagt, so verste[g|h]en wir es nur durch
unsere Interpretation der Verneinung. | | ✓ |
| | | | | |
65
Man würden glauben, wenn ich dem Befehl, so wie ich ihn
zuwiderhandeln kann, dann
muss meine Handlung dem Ausdruck meiner Auffassung
unmittelbar widerstreiten. –
Oder ist es nu[t|r] die Interpretation meiner Handlung, die der
Interpretation des Befehls (sozusagen auf gleicher Ebene)
widerspricht?
| | ✓ |
| | | | | |
Disjunction, Negation etc.
scheinen scheint in der Einstellung zu einem Bild zu
liegen. Sie entspre[f|c]hen
entspricht der elektrischen Schaltung,
durch die etwa eine Klingel mit Schaltern verbunden
ist.
| | ✓ |
| | | | | |
Denken wir uns folgende Einstellung:
1) Die Glocke läutet nur dann, wenn ich den Zeiger
a dem Zeiger b gleichrichte; 🖵 2) die Glocke läutet
nur dann nicht, wenn ich a dem b gleichrichte; 3)
die Glocke läutet nur, wenn a entweder dem b oder auch dem
c gleichgerichtet ist; 4) die Glocke läutet in allen
anderen Zeigerstellungen von a, ausser, wenn er
mit b oder c gleichgerichtet ist; 5) die Glocke
läutet nur dann, wenn sowohl b als c mit a
gleichgerichtet sind; 6) die Glocke läutet nur, wenn b mit
a gleichgerichtet, c mit a aber nicht gleichgerichtet ist;
etc.
Das Glokkenzeichen bedeutet
Zustimmung (oder auch das Umgekehrte).
Man könnte so eine Schaltung auch an dem Modell der erlaubten
ider verbotenen Wege anbringen.
Dieses Model wäre dann der Ausdruck eines Befehls.
Könnte man es aber mit Recht ein Bild nennen?
| | ✓ |
| | | | | |
Eine Meinung (d.h. ein Sinn), die man nicht
erklären kann, interessiert uns nicht, denn, ihr kann man auch nicht
zuwiderhandeln.
| | ✓ |
| | | | | |
Wenn in die Interpretation ein Bild ist, so ist
sind zwei entgegengesetzte Interpreta[z|t]ionen
entgegengesetzte Bilder.
| | ✓ |
| | | | | |
In Wahrheit muss aber im Verbot immer das beschrieben
werden,
| | ✓ |
| | | | | |
75
sein, wenigstens im wörtlichen Sinne; –
seine “Zusammensetzung besteht eigentlich
darin, dass er ein besonderer Fall einer allgemeinen
Regel der Bildung von Zeichen ist.
Denn man kann zwar “ambulo” aus der
Stammsilbe und der Endung zusammengesetzt ansehen, aber wie wäre es,
wenn diese Form b[,|l]os durch die
Stammsilbe allein gebildet würde?
| | |
| | | | | |
Wie man von dem Sinn eines Satzes in gewisser Weise nicht reden kann,
so auch nicht von dem Ausdruck des Gedankens, Wunsches, Befehls,
etc., denn auf die Frage:
“[W|w]elcher
Wunsch ist durch diesen Satz ausgedrückt”,
muss nur﹖ ein Ausdruck des Wunsches zur
Antwort kommen.
Dasselbe gilt auch von dem Ausdruck “dieser Satz teilt mir
etwas ⌊(⌋bestimmtes⌊)⌋ mit”.
| | ✓ |
| | | | | |
Und hier muss man – glaube ich –
sagen, dass die Verneinung,
Disjunction, etc., im Gedanken ebenso
“primitiv” ist, wie in unserer Zeichensprache.
Wie vermöchte man auch in ihr die Verneinung zu denken,
wenn sie wie ein schlecht passendes Kleid der Verneinugng
wäre.
Oder – würde man erwarten – man müsste doch
fühlen, wie einen die Ausdrucksform überall drückt (quasi wie ein
harter nicht wirklich passender Schuh.)
| | ✓ |
| | | | | |
Gibt es einen Existenzbeweis für Primzahlen,? und einen
der die Existenz unendlich vieler Primzahlen beweist?
Und in welchem Verhältnis stehen diese zueinander?
| | ✓ |
| | | | | |
Durchnd die Metho,de des
Multiplizierens (etwa im Dezimalsystem, aber gleichgültig in
welchem System) ist die Existenz von Produkten, von teilbaren Zahlen
bewiesen.
| | ✓ |
| | | | | |
Fügt man nun n zusammen zu
1n,
2n,
3n
etc. so sieht man, dass gegenüber
einem Vielfachen von m solange ein Rest bleibt, [v|b]is man
zu m.n kommt, wo immer der
[e|E]uklidische
Algorithmus endet (d.h.
welche der Formeln immer für m anwendbar ist).
Im ersten Fall z.B. wenn
m =
a1a2 + 1 :
1n =
a0m + a2
2n =
2a0m + 2a2
‥‥‥‥‥‥
vn =
va0m + va2
der Rest
va2 bleibt jedenfalls
solange kleiner als m, bis v = a1 wird; dann
ist
| | |
| | | | | |
80
Inwiefern kann man aber das Bild
den Beweis von
3+4 = 7
nennen? (da doch aus dem Bild die Formel in keinem Sinne
hervorgeht.)
Offenbar nur kraft einer allgemeinen Regel, die Gleichungen mit solchen
Bildern verknüpft.
Denn wenn ich die Gleichung
2+5 = 9
aufstelle, so kann man sagen “wir werden gleich sehen,
ob das so, ist”, und nun stellt man den
entsprechenden Kalkül an und sieht, ob die
Gleichung stimmt (und genau dasselbe gilt natürlich von den
Ungleichungen).
Aber der entsprechende Kalkül entspricht eben nur durch eine allgemeine auf Grund einer
allgemeinen | Regel.
| | ✓ |
| | | | | |
In dem oberen Additionsschema sind die Ziffern
Ordnungsziffern.
Sie bezeichnen also einfach eine bestimmte Stelle, die soundso vielte
Stelle.
Man könnte das deutlicher machen durch die S
Schreibung:
(1)
|
(2)
|
(3)
|
(4) (1) |
(5) (2) |
(6) (3) |
(7) (4) |
Es ist klar, dass man mit diesem
Algoritmus auch multiplizieren, subtrahieren und dividieren
kann, und dass alles die volle Strenge hat.
(Uebrigens ist ja diese Rechenmethode die
des Rechenschiebers.)
| | ✓ |
| | | | | |
Das Wort “Gasthaus” über dem Tor eines Hauses zeigt an,
dass dort ein Gasthaus ist.
Es muss der besondere Fall einer allgemeinen Regel
vorliegen, damit wir das Wort als
einen Satz Mitteilung, also als Satz,
verstehen.
Das zeigt uns wie weit
“[z|Z]usammengesetztheit” ein
[c|C]harakteristikum des Satzes ist.
| | ✓ |
| | | | | |
91
Was geschieht, wenn ich mir
einen Schachzug überlege?
In diesem Falle kann
ich die Züge im Vorhinein machen und also
das direkteste Bild dessen entwerfen, was geschehen wird.
| | ✓ |
| | | | | |
“Wievie[k|l] Punkte
muss man nach der Reihe setzen, um das
‘u.s.w.’
anzudeuten?”
Tut es nicht
[E|e]iner?
| | ✓ |
| | | | | |
Kann man von der Zahlenreihe sagen, sie habe
kein Ende?
“Aber, wie wäre
es, wenn es anders wäre?”
Aber
kann ich nicht vom Schachspiel sagen, die Reihe der
Schachfiguren habe ein Ende, und in einem
anderen Spiel, sie habe kein Ende? wenn man die
Erlaubnis hätte, beliebig viele Felder, einer Regel
gemäss, mit Steinen zu besetzen.
| | ✓ |
| | | | | |
(Was ich mit den
Zeichen tue, ist für den Mathematiker ein
Herum‥‥ /und war es für
Ramsey/, und mit
Rec[j|h]t, denn er will vorwärtskommen,
während ich mich ungestört // unbeirrt // bei einigen
wenigen Zeichen und zwei Schritten des Kalküls
aufhalte.)
| | ✓ |
| | | | | |
a+ (b+1) = (a+b)+1 (R)
a+(b+(c+1)) a+ ((b+c)+1) (a + (b+c))+1
(a+b)+(c+1) ((a + b)+c)+1
|
|
} a+(b+c) = (a+b)+c (I)
|
|
(a+1)+1 (a+1)+1
1 + (a+1) (1+a)+1
|
|
|
} a+1 = 1 + a (II)
|
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a+(b+1) (a+b)+1
(b + 1) +a b + (1+a) b + (a+1) (b + a) + 1
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} a+b = b+ a (III)
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